Potemkinsche Dörfer

Potemkinsche Dörfer (Kulissenstadt) sind ein Synonym für künstliche Inzenierungen, Aufbau von Scheinkulissen, falsche Legenden, Vorspielung falscher Tatsachen und Umstände. Es wird etwas inszeniert, herausgeputzt, künstlich aufgebauscht oder aufgebaut, um den tatsächlichen Zustand, den wahren Kontext und/oder die wahren Ziele zu verbergen. Die Zielperson soll so durch einen falschen Kontext in eine Vertrauensfalle oder Gutgläubigkeitsfalle gelockt werden.

Die Redewendung geht auf ein geschickt lanciertes Gerücht des sächsischen Diplomaten Georg v. Helbig zurück, der dem russischen Feldmarschall, Reichsfürst, Ratgeber und Liebhaber Zarin Katharinas II., Grigori Alexandrowitsch Potjomkin, dessen Stand bei Hofe neidete.

Demnach soll Potjomkin, welcher die Entwicklung Neurusslands verantwortete, vor der Inspektionsreise der Zarin entlang ihrer Wegstrecke Dörfer aus bemalten Kulissen errichtet haben, um den wahren Zustand der Gegend zu verstecken.

Hinter den Kulissen verbargen sich allerdings in Wirklichkeit tatsächlich massive Gebäude. Begleiter der Reise, unter anderem Kaiser Joseph II. von Österreich, der inkognito an der Reise teilnahm, sollen sehr beeindruckt gewesen sein. Der französische Abgesandte Graf Ségur soll noch Jahrzehnte später Napoleon vor den massiven Verteidigungsbauten Russlands gewarnt haben.

(s. auch Set Up to Fail, Social Engineering, Elizitieren, Rapport, Pretexting)

Potemkinsche Dörfer
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